What the F are u actually talkin about

by Jannis Bartels (@jannisbartels)

About my Art:

First of all, I’m not quite sure, if there is a proper way to describe my art in general. In most cases I paint what concerns me or let’s say what touches me emotionally. I’ve never learned special techniques so I guess my art is shaped in an unconventional manner. The work I submit for this initiative talks about the reduction of our debating culture and the role that different social-media-networks play in it. The concern I have is, that by trivializing different debates on social media, our society is going to divide itself into a few superficial groups.

Where am I from? What is my future vision of the concept of „Europe“?

Where I am from: Germany

What europe means to me: For me, europe is a „place“ where people and human beings of every couleur get the chance to connect with each other easily and make the world a better place by exchanging personal experiences and debating in a profound way. I think it’s as easy as it is a cliche: We are all in this together. Except there are some of us, wich can live their lifes more freely than others. So the direct contact to different People from different countries plays a big role when we speak about making a change.

About my artwork (german):

Das Gemälde „What the F are u actually talkin about“ befasst sich mit der laut Meinung des Künstlers generellen Verkürzung der Debattenkultur, verursacht durch etwaige Social Media-Kanäle. Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitter und Co, die aufgrund ihres Aufbaus und ihrer Reichweite grundsätzlich hochgradig geeignet wären, eine breite Masse an fähigem Humankapital zu erzeugen, verkommen in ihrer Funktion immer mehr zu Spielbällen verschiedener Ideologien. So werden beispielsweise auf Instagram hochkomplexe Sachverhalte mit Hilfe eines kleinen Quadrates erklärt, die eigentlich eine gründliche und ausführliche Eigen-Recherche des Users voraussetzen würde. Dass der Nah-Ost-Konflikt nicht auf drei Slides zu erklären ist, sollte jedem Nutzer bewusst sein, dennoch wird genau dieser Eindruck vermittelt.

Damit entsteht je nach Zugehörigkeit des Post-Verfassers nicht selten ein Einseitiges Bild der Sachlage, denn an dieser Stelle wird der Leser/Nutzer nicht nur nicht ausreichend Informiert, sondern genauso häufig auch absichtlich fehlgeleitet und manipuliert. Dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden durch jegliche politische und gesellschaftliche Social-Media-Lager und trägt dazu bei, gefühlte Wahrheiten als wichtigeres Mittel innerhalb einer Debatte zu verbreiten, als stichhaltige Fakten. Es entstehen Lager entlang dieser Einseitigen Informations-Kanäle, die nicht mehr aus eigenständig recherchierenden Individuen bestehen, sondern aus Personen, die sich häufig einer übergeordneten Gruppe zuordnen, die sie selbst auf der für sie richtigen Seite des Diskurses wähnen, bis schließlich nicht mehr die eigenständige, tiefgehende Erörterung gewisser Sachverhalte Im Vordergrund steht, sondern nur noch das möglichst effektreiche Repetieren populärer Meinungen.

Somit ist das Gemälde, das den Schriftzug „TELL ME WHAT YOU THINK IN MORE THAN ONE INSTAGRAM POST“ weniger als reine Kunst zu verstehen, sondern vielmehr als Aufruf, der systematischen Verkürzung und Verkleinerung der Debattenkultur mit aller Vehemenz entgegenzutreten. Denn dort wo eine selbstgewählte Zensur stattfindet, endet nicht selten die freie Entwicklung des eigenen Geistes. Dort wo man selbst nicht genug in eigenes Wissen investiert, hört Manipulation nicht auf.